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Geschichte

Zwischen dem „Heiligen Berg Oberschwabens“, dem Bussen, und der Schwäbischen Alb, inmitten einer Bilderbuchlandschaft mit weiten Wiesen und Feldern, liegt die traditionsreiche Stadt Riedlingen. Schon die Kelten schätzten die Lage hier auf einem leichten Hügel links der Donau. 835 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Als Stadt wurde Riedlingen erstmals 1255 genannt, gegründet von Graf Wolfrad von Veringen. 1291 verkauften die Grafen Riedlingen an Habsburg, die sie dann dreimal verpfändeten; zuletzt von 1384 bis 1680 an die Truchsessen von Waldburg. Dieses Pfandschaftsverhältnis war getrübt durch die Eingriffe in die Rechte und Freiheiten der Stadt, die sie vom Hause Habsburg erhielten. 1680 löste sich die Stadt selbst aus der Pfandschaft und wurde wieder direkt dem Hause Habsburg unterstellt. 1805 kam die Stadt durch den Preßburger-Frieden zu Württemberg und erhielt 1806 den Status der Oberamtsstadt, womit sie zum Anziehungspunkt für die gesamte Region wurde. Ab dem Jahre 1938 gehörte Riedlingen dem Landkreis Saulgau an und seit der Kreisreform 1973 dem Landkreis Biberach. Die 7 Teilgemeinden, Bechingen, Daugendorf, Grüningen, Neufra, Pflummern, Zell und Zwiefaltendorf, wurden 1972 und 1974 eingegliedert.

Heute ist Riedlingen eine reizvolle Kleinstadt mit etwa 10.200 Einwohnern und als eine der schönsten Donaustädte bekannt. Die historische Altstadt steht vollständig unter Denkmalschutz. Mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer, den Türmen und Toren sowie dem idyllischen Donauwehr beherrscht Riedlingen das liebliche Donautal zwischen den Höhen der Schwäbischen Alb und den Moränenhügeln Oberschwabens. Das Stadtbild ist geprägt durch die gotische St. Georgskirche, das Rathaus (1447 Kaufhaus) mit den beiden Staffelgiebeln und die kleinen und großen Fachwerkhäuser (Riedlingen liegt an der Deutschen Fachwerkstraße), die eines nach dem anderen im Laufe der Jahre wieder schmuck herausgeputzt wurden. Die Fußgängerzone mit den vielen engen Seitengassen lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Eine der Attraktionen in Riedlingen ist der Narrenbrunnen der Narrenzunft „Gole“ des Künstlers Gerold Jäggle. Im Narrenbrunnen spiegelt sich die Riedlinger Stadtgeschichte – die Sage vom „Mohrenwäscher“, Golemasken, sowie alle anderen Figuren der traditionsreichen Riedlinger Fasnet, das Narrenbaumsetzen, das Abrutschen vom Froschkuttelnessen und über allem steht in luftiger Höhe der Riedlinger Storch. Riedlingen ist die einzige Stadt in Baden-Württemberg, die stolz darauf sein kann, dass seit Menschengedenken ohne Unterbrechung auf dem Giebel ihres spätgotischen Rathauses Störche nisten. Und weil sich, wo Störche gern nisten, auch der Mensch wohl fühlt, lädt Riedlingen dazu ein, länger hier zu bleiben. Die Donaulandschaft und die nahe Schwäbische Alb mit ihrer artenreichen Pflanzenwelt, und den vielen gut ausgeschilderten Rad- und Wanderwegen (Riedlingen liegt direkt am Donau-Rad-Wanderweg, Kartenmaterial ist im Buchhandel erhältlich) sind für alle Naturliebhaber ein Erlebnis. Hier sind Ruhe und Erholung garantiert. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage war Riedlingen mit seinen Wochen-, Vieh- und Jahrmärkten besonders im 18. Jahrhundert ein Zentrum gewerblichen Lebens, ein bedeutsamer Handels- und Warenumschlagplatz. Heute ist der Riedlinger Flohmarkt einer der größten Märkte in Südwürttemberg. Der Gallusmarkt, der Fohlenmarkt, der als größter Warmblut-Fohlenmarkt Deutschlands gilt und Gäste aus ganz Europa anzieht, sowie die traditionsreiche Schwäbisch Alemannische Fasnet sind weitere Höhepunkte im Jahreslauf in Riedlingen.


Die Stadt hat jedoch auch in der übrigen Zeit des Jahres viel Sehenswertes zu bieten, die barocke Weilerkapelle am Donauufer (1721–1724) (die Oberschwäbische Barockstraße führt durch Riedlingen), das Kapuzinerkloster, die katholische Stadtpfarrkirche St. Georg und das Spital zum Hl. Geist, das zu den Resten der Stadtmauer gehört. Lohnend ist auch ein Besuch des Museums „Schöne Stiege“ (1556, Ackerbürgerhaus), mit seiner bedeutenden Sammlung von Hinterglasbildern, das die Riedlinger Geschichte eindrucksvoll darstellt.