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Magnus Kleber

Portrait Abt Magnus mit dem Idealplan der neuen Klosteranlage

Abt der Prämonstratenser in Schussenried
* 20. April 1684 Riedlingen
† 10. März 1756 Schussenried

„In der Geschichte des Prämonstratenser–Reichsstifts Schussenried spielte Abt Magnus Kleber eine hervorragende Rolle." Abt Magnus, der am 20. April 1684 in Riedlingen auf die Namen Johann Georg getauft wurde, war der Sohn des Chirurgen Jakob Kleber und dessen erster Frau, der Bärenwirtstochter Maria Margaretha Stehelin.

Der junge Kleber kam nach Schussenried und wurde 1699, also im Alter von fünfzehn Jahren, als Novize angenommen. Er erhielt den Namen des Kirchenpatrons Magnus.

Nach dreijährigem Besuch des Klostergymnasiums legte er 1701 die ewigen Gelübde ab. Frater Magnus studierte sodann in Dillingen an der Jesuitenuniversität. Darauf erhielt er das Privileg, 1704-1708 am Germanicum in Rom Theologie zu studieren. Dort wurde er auch zum Priester geweiht, und in Perugia promovierte Pater Magnus zum Doktor der Theologie. 1710 übernahm er in Schussenried das Amt des Subpriors, 1715 war er Vikar in Winterstettendorf, 1716 Pfarrer in Stafflangen, 1717, mit 33 Jahren, Prior des Klosters. 1720 trat er die Pfarrstelle in Attenweiler an und wurde 1722 erneut zum Prior gewählt. Von 1733 – 1749 war er Pfarrer in Attenweiler und Eberhardzell.

1750 fand die Wahl des 21. Abtes statt. Im zweiten Wahlgang erhielt Magnus Kleber die Mehrheit der Stimmen. Der 66jährige wollte das Amt nicht annehmen. „Er hat sich erst geweigert, mit Händen und Füßen ausgeschlagen; mit Gewalt wurde er auf die Knie gedrückt und ihm die Stola angetan; er wollte immer wieder davon gehen. Auf inständiges Bitten und ernstliches Zureden willigte er schließlich ein." Nach der Wahl fanden große Feierlichkeiten auch seitens der Bevölkerung statt. „Mit Böllern hat man geschossen, dass kein Tropfen Wein mehr in Kanten und Bechern verblieben, und ging halt zu wie im ewigen Leben", schrieb der Chronist weiter. Abt Magnus war leutselig und feierte gern. Der Bevölkerung erlaubte er wieder das seit 1720 verbotene Tanzen, und besonders in der Fastnachtszeit gab es für seine Chorherren Unterhaltungen verschiedenster Art.

Während Abt Klebers Regierungszeit wurde der barocke Klosterneubau, vor allem der weltberühmte Bibliothekssaal, zu bauen begonnen. Am 10. März 1756 starb Abt Magnus im Alter von 72 Jahren. Auf seiner Grabplatte steht geschrieben:

Steh still, o Wanderer, in Trauer, lies und sprich ein fromm Gebet.
Hier liegt und hofft auf ein dankbares Gedenken der Nachwelt
der hochehrwürdige erlauchte Reichsprälat, der Herr Magnus.


Text: Winfried Aßfalg
Bild aus der Abteigalerie des Klosters