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Franz Joseph Christian

Bildhauer
* 1739 Riedlingen
† 1798 Riedlingen

Franz Joseph Friedrich Christian war das siebte der elf Kinder des Bildhauers Johann Joseph Christian (1706-1777). Er lernte wohl bei seinem Vater das Handwerk des Bildhauers. Als Bildhauer konnte Franz Joseph nie aus dem Schatten seines geni­alen Vaters heraustreten. Er war auch nicht in der Lage, die Werkstatt in der Qualität weiter zu führen, wie es der gute Ruf er­fordert hätte. Zudem ließ die Zeit der Aufklärung bildende Künst­ler nahezu arbeitslos werden. Seitens der Kirchen und Klöster wur­den kaum mehr Aufträge erteilt.
 
Zusammen mit seinem Vater war Franz Joseph Christian an der klassi­zistischen Ausstattung der Stiftskirche in Buchau beteiligt. Als er mit seinem Vater in Wiblingen beschäftigt war und nach dessen Tod 1777 allein dort weiter arbeitete, gab es ständige Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm, dem Architekten Januarius Zick und dem Abt. Christian folgte dem Ruf  seines Bruders, Columban, des letzten Abtes der Benediktiner von St. Trud­pert, um dort zwischen 1782 bis 1784 den Hochaltar neu zu erstellen. Es sollte seine einzige große Arbeit bleiben.

Die Chronisten schilderten ihn als einen „langsamen und dem Wirtshaus ergebenen Arbeiter“. Wieder zu Hause und mehr oder weniger arbeitslos, verbrauchte er das Geld seiner vermögen­den Frau, wollte Wirt werden und starb schließlich hoch verschul­det 1798. Sein wohl letztes Kunstwerk ist das klassizistische Epitaph für Stadtpfarrer Ignatius Miller, der Pate bei allen Kindern des Künstlers war. Noch 1825 stand in der Riedlinger Zeitung zur “Warnung des Publi­kums“, „dass die Witwe Crezentia Christian nicht das min­deste Vermögen besitze und von milden Beiträgen lebe“.


Foto und Text: Winfried Aßfalg