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Res Fischer

Res Fischer als Orpheus, Fotografie 1947

Kammersängerin
* 8. November 1896 Berlin
† 3. Oktober 1974 Stuttgart
 
Der Riedlinger Flaschner Maximilian Fischer kam auf seiner Wanderschaft nach Berlin und heiratete dort 1893 die Auguste Maria Schmidt. In Berlin wurde am 8. November 1896 deren Tochter Maria Theresia geboren. Wieder nach Riedlingen zurückgekehrt, übernahm Fischer das elterliche Geschäft in der Lange Straße 9. Dort wuchs Maria Theresia auf.

Nach siebenjährigen Gesangsstudien an den Konservatorien in Berlin, Prag und Stuttgart begann ihre sängerische Laufbahn 1927 in Basel. Ab 1935 gehörte Res Fischer zum Ensemble der Frankfurter Oper und wechselte 1941 an die Württembergische Staatsoper in Stuttgart. Hier wurde sie mit dem Titel einer Kammersängerin ausgezeichnet. Dem Stuttgarter Engagement blieb sie trotz bedeutender internationaler Erfolge bis zum Ende ihrer Karriere treu. Gastspiele führten die „große deutsche Altistin ihrer Zeit“ nach Berlin, Wien, London, Paris, Rom, Venedig, Neapel, Bologna, Athen, Barcelona, Lissabon und Buenos Aires.
 

Bei den Bayreuther, Salzburger, Münchener und Züricher Festspielen war sie gern gesehene Gastsolistin. 1949 sang sie in Salzburg bei der Uraufführung in Karl Orffs Antigone. Die letzte Rolle sang sie als Frau Mary in Richard Wagners „Holländer“. Ihrer Heimatstadt Riedlingen blieb sie auch noch als hochgefeierte Altistin verbunden. 1974 starb Res Fischer in Stuttgart. Die Stuttgarter Zeitung schrieb am 8. Oktober hierzu: "Wie selten eine Künstlerin besaß sie Ausstrahlungskraft neben ausgezeichnetem Können. Große Spannung breitete sich allein schon von ihrer Anwesenheit aus, ob sie nur schaute, spielte oder als Schauspielerin sang. Allen, die sie erlebten, wird sie unvergessen bleiben.".

Text: Winfried Aßfalg
Foto Vorlage: Archiv Museum