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LEADER

Ziel und Zweck

LEADER steht für "Liaison entre actions de développement de l´économie rurale (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft). Seit der Förderperiode 2007 bis 2013 bildet LEADER einen Teil des "Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)".
Im Mittelpunkt steht dort eine gezielte Förderung strukturverbessernder und innovativer Maßnahmen.
Für LEADER werden in den Jahren bis 2013 von der Europäischen Union rund 31,5 Millionen Euro für Baden-Württemberg bereitgestellt. Etwa dieselbe Summe wird vom Land und den Gemeinden zur Kofinanzierung der Maßnahmen bereitgestellt.


Zuwendungsempfänger
  • Gemeinden und andere Gebietskörperschaften
  • Natürliche Personen (in Abhängigkeit der Maßnahme)
  • Juristische Personen, Personengemeinschaften und Personengesellschaften (in Abhängigkeit der Maßnahme)
Zuwendungsvoraussetzungen
  • Einrichtung einer auf der Grundlage einer Ausschreibung ausgewählten und durch das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum genehmigten LEADER-Aktionsgruppe für ein abgegrenztes Gebiet
  • Maßnahme entspricht den Zwecken des regionalen Entwicklungskonzepts des LEADER-Aktionsgebietes

Förderschwerpunkte

Projektförderung als Anteilsfinanzierung in Form von Zuschüssen
  • Private Vorhaben mit bis zu 35 % der zuwendungsfähigen Kosten
  • Privatgewerbliche Vorhaben bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Kosten in Abhängigkeit der Projektart, maximal 200.000 € innerhalb von 3 Jahren - De-minimis-Regelung der EU
  • Kommunale Vorhaben bis zu 55 % (bei sog. Leitprojekten bis zu 75 %) der zuwendungsfähigen Kosten

LEADER Aktionsgruppe

Aufgaben und Zusammensetzung:
Die LEADER-Aktionsgruppe beschließt die Projekte, die im LEADER-Gebiet gefördert werden sollen. In der Aktionsgruppe gibt es sowohl stimmberechtigte als auch beratende Mitglieder. Die stimmberechtigten Mitglieder der LAG Oberschwaben setzen sich aus Vertretern der Kommunen, der Fachämter, der Wirtschaft und des Handwerks, der Landwirtschaft, des Tourismus, sozialer Einrichtungen und des Naturschutzes zusammen.
 
Ziele und Strategien:
Für eine Förderung mit LEADER-Mitteln ist neben der Maßgabe, dass sich das Projekt in die Strategie der Region einfügt, eine „Kofinanzierung“ notwendig. Das bedeutet, dass neben den EU-Mitteln auch nationale öffentliche Mittel in der gleichen Höhe einfließen müssen.
Hierbei unterstützt das Land Baden-Württemberg die Projekte mit Mitteln des Ministeriums für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg. Ein großer Teil der öffentlichen Mittel muss jedoch auch von den Landkreisen und Kommunen vor Ort bereitgestellt werden.
Dies setzt das Engagement der beteiligten Gemeinden in den LEADER-Gebieten voraus.
Dieses Engagement haben die Regionen durch das Erstellen eines Entwicklungskonzepts und den damit verbundenen Arbeitstreffen bereits begonnen.
Die Umsetzung dieser Strategie soll durch die Einrichtung einer Geschäftsstelle erleichtert werden. Die Geschäftsstelle mit Sitz im Landratsamt Sigmaringen dient dazu, die Aktionsgruppe zu leiten, Netzwerke aufzubauen und die LAG nach Außen zu vertreten. Dies wird durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit, die Vor- und Nachbereitungen der LAG-Sitzungen, die Kontaktpflege zu den Projektgruppen, die Beratung der Antragsteller, die Moderation einer konzeptionellen Begleitung, die Aufbereitung von Berichten und Statistiken sowie die Koordinierung einzelner Aufgaben geschehen.
 
Die Region Oberschwaben ist mit ihrem regionalen Entwicklungskonzept als eines von 8 LEADER Gebieten in Baden-Württemberg ausgewählt worden und kann bis 2013 entsprechend ihrer Entwicklungsstrategie Projekte zur Förderung beantragen.


Projekt „Im Dorfkern leben – L(i)ebenswertes Dorf“

Am 3. Juni 2008 startete das LEADER-Leitprojekte "Im Dorfkern leben" mit einer großen Auftaktveranstaltung in der Gemeinde Uttenweiler, Ortsteil Offingen. Rund 150 Gäste aus der ganzen Region waren anwesend und diskutierten mit den Referenten über die Auswirkungen des demografischen Wandels, über die Kosten neuer Baugebiete und wie Gebäude in den Ortskernen für eine Neunutzung aktivert werden können.
 
Das Projekt MURMEL (Modelprojekt Umsetzung regionaler Maßnahmen zur Eindämmung des Landschaftsverpauchs in LEADER Regionen) soll die Gelegenheit eröffnen, unter professioneller Moderation Maßnahmen vorzubereiten, die eine Stärkung der Innenentwicklung und einen sparsamen Umgang mit der Ressource Fläche ermöglichen. Die Arbeitsgruppe MURMEL geht davon aus, dass dauerhaft tragfähige Lösungsansätze zur Stärkung innerörtlicher Potenziale und zur Eindämmung des Landschaftsverpauchs nur entwickelt werden können, wenn diese Ansätze gemeinsam mit Akteuren vor Ort erarbeitet werden.
 
Die Stadt Riedlingen beteiligt sich an dem Projekt „in unserem Dorfkern leben – gemeinsam Gebäude aufwerten und Naturflächen schonen“ mit dem Gemeindeprojekt Zwiefaltendorf.
26 Gemeinden haben sich zusammengefunden um innovative Projekte der Innenentwicklung anzugehen und sich miteinander über gemeinsame Problemstellungen und Lösungsmöglichkeiten auszutauschen.
 
Mit den beiden Informationsveranstaltungen am 22. und 23. Oktober 2008 gab die LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben Impulse für das Leben und Wohnen im Dorfkern.
In Unterstadion folgten etwa 70 Personen der Einladung, in Hohentengen waren etwa 50 Veranstaltungsteilnehmer anwesend. Die meisten Besucher waren Gemeindeverantwortliche aus dem LEADER-Aktionsgebiet, darunter Bürgermeister, Ortsvorsteher und Gemeinderäte.

Im ersten Teil des Abends wurden Beispiele präsentiert, und zwar zu den Themen:
  • Aktivitäten für das Leben im Dorf
  • Die Gemeinde als Flächenmanager
  • Umnutzung und Gestaltung von Gebäuden
  • Argumente für das Leben und Wohnen im Dorfkern

Sie waren von der Arbeitsgruppe MURMEL, die das Rahmenprojekt wissenschaftlich begleitet, recherchiert und aufbereitet worden. Die im Rahmen des LEADER-Projekts entstehende Dokumentation enthält Beispiele aus der Region Oberschwaben, vorwiegend aus den am LEADER-Aktionsgebiet beteiligten Landkreisen Biberach, Alb-Donau-Kreis und Sigmaringen. Eine erste Auswahl wurde bei den beiden Veranstaltungen gezeigt, wobei kurze Filmsequenzen mit Erläuterungen der Beispielgeber die Ausführungen der Referenten illustrierten.
Die Präsentation der Beispiele sollte zu Gesprächen im LEADER-Dorfkern-Café im zweiten Teil des Abends anregen. An mehreren moderierten Cafétischen wurde interessiert und engagiert über die zentralen Fragen diskutiert.
 
Bei dem zweiten Austauschtreffen im Rahmenprojekt am 29.01.2009 in Oggelshausen ging es um das Thema der Beteiligung der Bürger an der Dorfkernentwicklung, einem zentralen Anliegen des Projekts. In gut vier Stunden sammelten die Anwesenden unter der Moderation der Arbeitsgruppe MURMEL zunächst Problempunkte und dann Zukunftsideen. Das Ziel des Abends war die Formulierung von möglichst konkreten Vorhaben der Bürgerbeteiligung in den jeweiligen Gemeinden. Zum Abschluss der Werkstatt stellten 11 Kleingruppen ihre Vorhaben im Plenum vor.
 
Auf der Abschlussveranstaltung am 20. November 2009 im Bürgerhaus in Zell hat die LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben über ihr Projekt „L(i)ebenswertes Dorf: Gemeinsam Gebäude aufwerten und Naturflächen schonen!” ein Resümee gezogen.
Den Gästen wurde ein abwechslungsreiches und informatives Programm dargeboten. Gestartet wurde mit einem Rundgang durch die Dorfmitte von Zwiefaltendorf, wo bereits die ersten Ergebnisse aus dem Projekt umgesetzt werden. Danach folgten Kurzvorträgen der Gemeinden, die beispielhaft Erfahrungen und Resultate weitergaben. Eine Podiumsdiskussion, für die als Moderator Gábor Paál SWR-Wissenschafts- und Rundfunkjournalist gewonnen werden konnte, bot zusätzlich Raum zum Gedankenaustausch. Besonders gefreut hat sich die LEADER Aktionsgruppe über die Ansprache von Frau Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL „Zukunft gestalten - Ortszentren stärken”, die den Kerngedanken des Projektes lobte und weitere Unterstützung seitens des Landes in Aussicht stellte.
 
Zur Eröffnung der Tagung führte Riedlingens Bürgermeister Hans Petermann durch die Teilgemeinde Zwiefaltendorf. „Durch das Projekt ist es gelungen, viele Bürger auf die Weiterentwicklung des Ortskerns aufmerksam zu machen! Teilweise melden sich Eigentümer sogar selbstständig bei der Verwaltung, um Gespräche zu führen, was man mit ihrem Haus machen kann”, so Hans Petermann. Damit ist in Riedlingen-Zwiefaltendorf ein wesentliches Ziel des Projektes erreicht worden, nämlich eine Bewusstseinsbildung in der Bürgerschaft für die Qualität und den Wert des dörflichen Innenbereichs. Als es zum Beispiel in Zwiefaltendorf um den neuen Standort des Gemeindehauses ging, fiel die Entscheidung gegen eine Lösung auf der grünen Wiese. Stattdessen wird nun das bestehende Gemeindehaus in der Ortsmitte saniert und dadurch der Dorfkern lebendig gehalten.
 
Zur Abschlussveranstaltung im Bürgersaal Bechingen-Zell begrüßte der Vorsitzende der LEADER Aktionsgruppe Heinrich Güntner die zahlreich erschienen Gäste und gab einen kurzen Bericht über den Projektverlauf. Alle 26 teilnehmenden Gemeinden wurden durch ein selbst ausgewähltes Planungsbüro bei der Umsetzung ihrer Projektziele unterstützt. Am Anfang stand eine Erhebung der vorhandenen Gebäudeleerstände, Baulücken und pachflächen. Denn in Anbetracht des demografischen Wandels lautete das Ziel „Innenentwicklung vor Außenentwicklung”. In Verbindung mit der zentralen Thematik „Aktivierung von Flächenpotenzialen” wurden in den teilnehmenden Orten weitere Entwicklungspotenziale betrachtet, z.B. das bürgerschaftliche Engagement oder touristische Möglichkeiten. Bürgerversammlungen, Eigentümergespräche und Zukunftswerkstätten wurden veranstaltet, um die Bürger für Aktivitäten im Dorf generell und speziell für die Aktivierung der aufgenommenen Potenziale zu gewinnen.
 
„Mit ihrem Projekt „L(i)ebenswertes Dorf - Im Dorfkern leben” hat die LEADER Aktionsgruppe Oberschwaben die Zeichen der Zeit erkannt und sich der Innenentwicklung der dörflichen Strukturen angenommen”, sagte die Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL in ihre Ansprache. Die Auswirkungen des demographischen Wandels seien im Ländlichen Raum stärker zu spüren als in den urbanen Zentren. Um die Gemeinden weiterhin attraktiv zu halten, müssen die Ortskerne gestärkt und weiter entwickelt werden. Der Innenentwicklung eines Dorfes ist der Vorzug zu geben vor dem Ausweisen großzügiger Neubaugebiete, so die Staatssekretärin. Die Landesregierung werde den Innenentwicklungsprozess im Ländlichen Raum weiter stärken. So sollen im Rahmen des Modellprojekts MELAP+ bis zum Jahr 2015 bis zu 16 Millionen Euro für modellhafte Innenentwicklungsprojekte zur Verfügung gestellt werden. „Durch die Teilnahme am Projekt „L(i)ebenswertes Dorf” hat eine Gemeinde bereits gute Vorarbeit geleistet um sich für MELAP+ zu bewerben”, verdeutlichte die Staatssekretärin. Ein Grußwort richtete Dr. Matthäus Rösch vom Landkreises Biberach an die Projektverantwortlichen und bedankte sich im Namen des Landrats Heiko Schmid für die geleistete Arbeit.
 
Zum Schluss trat nochmals Heinrich Güntner ans Mikrofon um ein kurzes Resümee zu ziehen und einen Ausblick für die Fortführung des Dorfkernprojekts zu geben. Er appellierte an die Gemeinden, den eingeleiteten Prozess auf kommunaler Ebene am Leben zu halten und weiter zu entwickeln. „Lassen Sie die Entwicklung von unten zu. Auf kommunaler Ebene durch die Dynamik der Bürgerbeteiligung, auf regionaler Ebene durch die weitere Kooperation der Kommunen und durch die Unterstützung der entwickelten Projekt durch die Landesebene und setzen Sie die entwickelten privaten wie kommunalen Investitionsvorhaben mit finanzieller Förderung durch das Land und EU um”. Mit diesen eindringlichen Worten wurden die Besucher der Abschlussveranstaltung verabschiedet.
 
Die Begleitposchüre zum Leitprojekt “In unserem Dorfkern leben” können Sie bei Frau Schmid anfordern.


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