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Pius Maria Mayer

Portrait, Stahlstich

Generalprior der Karmeliten in den USA
* 28. Januar 1848 Riedlingen
† 28. April 1918 Englewood (USA)

Als Sohn des Ratsschreibers Johann Nepomuk Mayer und der Karolina Peter, Hasenwirtstochter aus Riedlingen, wurde Rudolf Melito als ältestes von sieben Kindern im Revolutionsjahr 1848 getauft.

Der Junge besuchte die örtliche Lateinschule, ehe er von 1859 bis 1861 in Feldkirch auf das Jesuitengymnasium „Stella Matutina“ geschickt wurde. Nach einer kaufmännischen Lehre entschied sich der Zwanzigjährige für das Priesterseminar „Salesianum“ in Milwaukee (USA) und studierte dort Theologie.

Am 30. Juli 1871 wurde er von Bischof Miège, dem apostolischen Vikar von Kansas und Kolorado, zum Priester geweiht. Seine erste Wirkungsstätte war an der Kathedrale von Leavenworth. Nach einem Heimaturlaub 1874 in Riedlingen und der Rückkehr in die USA schloss sich Rudolf Melito Mayer den deutschen Karmeliten an, die seit 1864 die deutschen Einwanderer in Kansas betreuten.

Er wurde 1875 in das Noviziat aufgenommen und erhielt die Namen Pius Maria. Nach Abschluss des Noviziats wurde Pater Pius Maria zum Oberen der Niederlassung von Niagara-Falls ernannt, wo er ein Studienkloster einrichtete.

1886 ernannte ihn der Ordensgeneral zum Gerneralkommissar der Karmeliten in den USA. Am 14. Oktober 1889 wählte ihn das Generalkapitel zum Generaloberen.

In dieser Funktion hatte Pius Maria Mayer seinen Amtssitz nun einige Zeit in Rom. 1908 wählte ihn das Generalkapitel erneut zum Ordensoberen. Pater Pius Maria erhielt ob seiner großen Verdienste um den Orden der Karmeliten die Auszeichnung eines „Prior Generalis Titularis“. Ein Treppensturz im Karmel von Neapel zwang ihn nach vier Jahren, sein Amt 1912 aufzugeben. Er kehrte in die USA zurück und starb am 28. April 1918 in Englewood.

Text: Winfried Aßfalg
Foto: Vorlage Ordensleitung