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Johannes Wagner

Johannes Wagner, Todeszene, Kupferstich, 1648

Kartäuserbruder und Einsiedler
*1456 Riedlingen
† 1516 Hergiswald/Luzern

In die Kartause Ittingen (bei Frauenfeld) hat sich 1476 ein „frommer andächtiger Jüngling, Hans Wagner von Riedlingen auß Schwaben begeben, allda geistlich zu werden“. Er wurde als Laienbruder aufgenommen.

Um- und Neubaumaßnahmen im Klosterbezirk bedeuteten für Bruder Hans „eine große geistliche Kümmernuß“. Schließlich erlaubte ihm Papst Innozenz 1489 in Einsamkeit und Beschaulichkeit zu leben und Einsiedler zu werden. Im Hergottswald (heute Hergiswald) bei Luzern fand er in einer Höhle ein neues Zuhause. Schon bald entwickelte sich eine Wallfahrt dorthin.

26 Jahre lang lebte Johannes Wagner hier in der Einsamkeit und verstarb nach seligmäßigem Leben am 19. Mai 1516 im Alter von 60 Jahren.

1657 wurde anstelle der alten Kapelle eine neue Wallfahrtskirche erbaut, in der auch die Grabplatte des aus Riedlingen stammenden Einsiedlers erhalten blieb:

Hier ruhen die Gebein des seeligen Bruder Hans Wagners, Carthäuser = Ordens allhie Waldbruders,
welcher Christo treulich gedienet biß in sein letztes Ende. Gieng in dise Wilde im Jahr 1489.
Starbe gottseeliglich im Jahre 1516 den 19. Tag May.

Text: Winfried Aßfalg
Bild: Vorlage Stadtarchiv Basel