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Laurentius Zeller

Portrait, Fotografie um 1930

Erzabt der Benediktiner in Trier und Bischof in Brasilien
* 1873 Riedlingen
† 1945 Brasilien

Als Sohn eines Gärtners besuchte Karl Clemens Zeller die Riedlinger Lateinschule und trat 1892 in das Noviziat der Abtei Beuron ein.

Von 1896 bis 1900 studierte Zeller in Rom und wurde dort 1899 zum Priester geweiht. 1900 promovierte er und erhielt 1901 in Rom einen Lehrauftrag für Dogmatik und Geschichte. 1908, mit 35 Jahren, wählte der Seckauer Konvent Pater Laurentius, wie er nun hieß, zum Abt. 1913 wurde er zum Visitator der brasilianischen Benediktinerkongregation ernannt.

Aus politischen Gründen suchte ein Teil der Seckauer Mönche nach dem ersten Weltkrieg eine neue Bleibe und fanden diese in der 1922 wieder errichteten, altehrwürdigen Abtei St. Matthias in Trier. Auch hier wurde Pater Laurentius Zeller zum Abt gewählt, so dass er eine Zeitlang zwei Klöstern vorstand.

1939 wurde ihm von Rom die Würde eines Titularbischofs verliehen. Als Erzabt von Trier und als Bischof verließ Pater Laurentius Zeller 1939 Deutschland, um in Brasilien zu wirken.

Im Missionsgebiet Rio Branco erkrankte er am Sumpffieber, das seine Kräfte schnell schwinden ließ. Im Delirium stürzte Abt Laurentius am 1. September 1945 in der Bischofsstadt Belem aus dem Fenster und war auf der Stelle tot.

Die einbalsamierte Leiche wurde per Schiff nach Rio de Janeiro gebracht und im Kreuzgang des Klosters beigesetzt.

Text: Winfried Aßfalg
Bild: Vorlage Abtei Trier