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Johann de Pay der Jüngere

Albert Burkart: Mutter mit Kind und Blütenzweig

Kurfürstlich bayerischer Hofmaler
* 1614 Riedlingen
† um 1660 München

Johann de Pay d. J. wurde 1614 in Riedlingen getauft. Auf seiner Wanderschaft als Maler wird er in Landshut im Zusammenhang mit der Entstehung des Hochaltarbildes in der Kirche des Kollegiatstiftes St. Martin „Van Dück de Baj, ein trefflicher Maler aus München“ genannt. Ab 1634 lässt er sich in Antwerpen bei Verwandten nachweisen. Dort lernte er die großen Meister der flämischen Schule kennen, vor allem Anton van Dyck, mit dem ihn eine enge inhaltliche und stilistische Beziehung verband.
 
Ab 1637 hielt sich Johann de Pay in München auf. Sein Antrag auf Aufnahme in die Malerzunft wurde im gleichen Jahr zunächst einmal abgelehnt. Dahinter steckte auch der Neid der Kollegen, die 
 
de Pays gute Auftragslage argwöhnisch beobachteten. Drei Jahre später erhielt er den Titel „Kurfürstlich bayerischer Kabinetts- und Hofmaler“ und malte für den kurfürstlichen Hof vor allem Portraits.
 
1642 zog er nach Augsburg, dem aufstrebenden Kunstzentrum. Auch dort wurde ihm die Malergerechtigkeit erteilt. Seinem Motto getreu „ad astra volandum“ (zu Höherem streben) liebte de Pay das galante Leben. Er malte sich selbst, einen Kupferstich in der Hand haltend, auf dem eine spärlich in einen Pelz gekleidete Frau zu sehen ist. Wen diese Frau verkörpert und ob de Pay je verheiratet war, ist ebenso unbekannt wie sein genaues Todesdatum im Jahre 1660. Jedenfalls erregte dieses Selbstporträt noch 123 Jahre später Aufsehen, in dem es in Augsburg von dem bedeutenden Kupferstecher Georg Kilian gestochen und vervielfältigt wurde. In seiner Riedlinger Heimat malte de Pay den Kapuzinern für die 1656 erbaute Klosterkirche das Hochaltarbild „Martyruim des hl. Sebastian“. Mit diesem prächtigen Tafelbild, das er mit „Jo:De:Pay“ signierte, endet das künstlerische Werk des bedeutenden Riedlingers.

Foto und Text: Winfried Aßfalg