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"Donaubahn darf nicht vergessen werden"

Gute Ideen liegen vor, brauchen aber Geld vom Bund

Bahnschienen

Ehingen – Wenn es um die künftigen Pläne für die Donaubahn geht, sind sich die Landesregierung und die IG Donaubahn einig: „Ob Stundentakt oder Elektrifizierung - wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Donaubahn in Berlin nicht vergessen wird“, so der Sprecher der IG Donaubahn, Tuttlingens OB Michael Beck. Gemeinsam müsse man aber dafür kämpfen, dass die vorliegenden Pläne für die Strecke auch finanzierba seien. Das gilt auch für die ab 2026 geplante Verbesserung des Fahrplans.

Mit den formulierten Zielen der Landesregierung sind gleich mehrere Forderungen der IG Donaubahn erfüllt: Ein Stundentakt von 5 bis 24 Uhr, ab dem Jahr 2030 soll es nach den Zielen der Landesregierung auf Strecken im ländlichen Raum großteils sogar einen Halbstundentakt geben. Gerade für das Teilstück der Donaubahn zwischen Tuttlingen und Sigmaringen wäre ein Stundentakt ein riesiger Schritt nach vorne. Noch fahren zu manchen Zeiten die Züge hier nur alle zwei Stunden. Doch wie so Vieles hat auch diese Vision einen Haken: „Alles steht und fällt damit, ob wir die nötigen angekündigten zusätzlichen Regionalisierungsmittel vom Bund bekommen. Gleichzeitig muss die Infrastruktur für dichtere Takte und mehr Züge ausgebaut werden“, so Philipp Hendricks, stellvertretender Referatsleiter im Stuttgarter Verkehrsministerium. Dies unterstrich auch Martin Klust vom Referat 33 des Ministeriums: „Ohne politischen Druck aus der Region fällt die Donaubahn beim Bund hinten runter.“

Bei der Mitgliederversammlung der IG Donaubahn in der Ehinger Lindenhalle gaben Hendricks und Klust einen Überblick über konkrete Verbesserungen, die bereits umgesetzt wurden beziehungsweise in absehbarer Zeit umgesetzt werden sollten: Die Regio-S-Bahn (RS) ist in der Region angekommen, seit Dezember 2021 verkehrt die RS 3 von Ulm nach Munderkingen. Seit 2021 verstärken außerdem fünf zusätzliche moderne Fahrzeuge das Angebot auf der Donau- und Brenzbahn. Ab Dezember 2022 wird es schließlich einen 30-Minuten-Takt zwischen Ulm und Herrlingen mit Verstärkerfahrten nach Blaubeuren im morgendlichen Schülerverkehr geben. In den nächsten Jahren soll die Regio-S-Bahn ausgebaut werden, außerdem soll die Strecke zwischen Tuttlingen und Fridingen elektrifiziert werden.

Spürbare Verbesserungen soll vor allem im Expressverkehr die für 2026 geplante Fahrplanänderung geben: Indem die derzeitigen Verbindungen jeweils um 15 Minuten geschoben werden, gibt es bessere Anschlüsse – zum Beispiel an die Gäubahn. Auch der lang ersehnte Stundentakt auf der ganzen Strecke wird in diesem Konzept mit dem Ausbau des Betriebsbahnhofs Inzigkofen im Jahr 2028 möglich.

Eine weitere Aufgabe: Noch ist offen, durch welche Antriebstechnik die bisherigen Dieselloks auf der Donaubahn ersetzt werden sollen. Die Strecke ist noch nicht elektrifiziert. Im Rahmen eines Gutachtens wird das Land nun eine Strategie entwickeln, ob Batterie-Hybrid-, Wasserstoff-Hybrid oder klassische Elektrozüge und entsprechende Umbauten an der Strecke die ideale Lösung für die Donaubahn wären.

Dass Kommunen und Land hier noch stärker als bisher an einem Strang ziehen müssen, betonten neben IG-Sprecher Beck auch die Vorstandsmitglieder Alexander Baumann (Ehingen) und Stefanie Bürkle (Sigmaringen). „Früher kam ich oft frustriert von solchen Sitzungen, heute nehme ich einen sehr positiven Eindruck mit“, so Bürkle. Und Alexander Baumann, der in seiner Begrüßung auf die ins Jahr 1869 zurückreichende Geschichte der Strecke zurückgeblickt hatte, ist hoffnungsvoll, dass zumindest das Land „die Donaubahn nicht nur als Kulturdenkmal betrachtet.“

INFO:
Die IG Donaubahn ist ein Zusammenschluss von 25 Städten und Gemeinden, fünf Landkreisen, drei Regionalverbänden sowie mehreren Gemeindeverwaltungsverbänden und Industrie- und Handelskammern entlang der Donaubahn von Donaueschingen bis
Ulm. Sie setzt sich seit ihrer Gründung im Frühjahr 2014 für eine Verbesserung des Angebots auf dieser Linie ein.

Pressemitteilung PDF ((127,2 KB))