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Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) Ausschreibung Jahresprogramm 2022

Fördermöglichkeiten von Investitionen von Gewerbetreibenden und Privatpersonen

Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) hat das Jahresprogramm 2022 zum Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) mit Bekanntmachung vom 2. Juli 2021 im Staatsanzeiger ausgeschrieben.

Das ELR
Mit dem ELR hat das Land Baden-Württemberg ein umfassendes Förderangebot für die strukturelle Entwicklung ländlich geprägter Dörfer und Gemeinden geschaffen. Gefördert werden Projekte, die lebendige Ortskerne erhalten, zeitgemäßes Wohnen und Arbeiten ermöglichen, eine wohnortnahe Versorgung mit Waren und Dienstleistungen sichern sowie zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Ziel des Jahresprogramms 2022 ist, Impulse zur innerörtlichen Entwicklung und Aktivierung der Ortskerne zu setzen. Projektträger und Zuwendungsempfangende können neben den Kommunen beispielsweise auch Vereine, Unternehmen und Privatpersonen sein.

Wo liegen die Förderschwerpunkte?
Im Förderschwerpunkt Grundversorgung steht die Sicherung der örtlichen Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs im Vordergrund. Gefördert werden unter anderem Dorfgasthäuser, Dorfläden, Metzgereien, Bäckereien und Handwerksbetriebe. Zur Grundversorgung können auch Arztpraxen, Apotheken und andere Dienstleistungen im Gesundheitsbereich gehören. Investitionen von Kleinstunternehmen der Grundversorgung und für Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen können mit einem erhöhten Fördersatz von bis zu 30 % (ggf. 35 % bei zusätzlichem CO<sub>2</sub>-Speicherzuschlag) gefördert werden.

Im Förderschwerpunkt Wohnen/Innenentwicklung werden die Erhaltung und Stärkung der Ortskerne insbesondere durch Umnutzung vorhandener Bausubstanz, Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse (umfassende Modernisierungen); innerörtliche Nachverdichtung (ortsbildprägende Neubauten in Baulücken); Verbesserung des Wohnumfeldes, Entflechtung unverträglicher Gemengelagen sowie die Neuordnung mit Baureifmachung von Grundstücken gefördert. Bei eigengenutzten wohnraumbezogenen Projekten liegt der Regelfördersatz bei 30 %. Der Höchstbetrag pro Wohneinheit beträgt grundsätzlich 20.000 € (Modernisierung/Neubau), bei Umnutzungen bis zu 50.000 €. Für den Förderschwerpunkt Wohnen/Innenentwicklung wird etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel im Jahresprogramm 2022 eingesetzt.
Im Förderschwerpunkt Arbeiten werden vorrangig Projekte unterstützt, die zur Entflechtung störender Gemengelagen im Ortskern beitragen. Darüber hinaus sind Projekte von kleinen und mittleren Unternehmen, die zum Erhalt der dezentralen Wirtschaftsstruktur sowie zur Sicherung und Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen beitragen, förderfähig.

CO2-Speicherzuschlag
Wer bei Projekten überwiegend ressourcenschonende, CO2 bindende Baustoffe im Tragwerk wie z.B. Holz einsetzt, kann grundsätzlich einen Förderzuschlag von 5 %-Punkten auf den Regelfördersatz und eine erhöhte Maximalförderung bekommen, sofern dies nach beihilferechtlichen Bestimmungen möglich ist.

Antragsverfahren
Anträge auf Aufnahme in das Förderprogramm können ausschließlich von den Städten/Gemeinden gestellt werden. Diese Aufnahmeanträge enthalten auch die privaten Projekte.

Das MLR entscheidet im Frühjahr 2022 über die Aufnahme in das ELR.

Daher ist es notwendig, dass die Unterlagen zu den privaten Projekten bis spätestens 16.08.2021 bei der Gemeinde vorliegen.

Sollten Sie ein Projekt planen, für das eine Förderung in Frage kommen könnte, so wenden Sie sich an Frau Breimayer, Tel. 07371-183-46 (montags und dienstags), E-Mail: sbreimayer@riedlingen.de, um die erforderlichen Unterlagen abzustimmen.

Es können nur Projekte zur Förderung vorgeschlagen werden, die zeitnah im Anschluss an die Förderentscheidung im Frühjahr 2022 umgesetzt und davor nicht begonnen worden sind.
Weitere allgemeine Informationen über die Fördervorrausetzungen, die Förderhöhe und das Verfahren zur Antragstellung finden Sie unter https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/laendlicher-raum/foerderung/elr/ oder unter Info Antragstellung bei https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Land/ELR/Seiten/ELR-Antragstellung.aspx

Riedlingen, den 05.07.2021

Leitfaden ELR Antrag ((57,5 KB))
Übersicht Projektstart ((27,2 KB))

ELR

Ziel und Zweck

  • Lebens- und Arbeitsbedingungen in Gemeinde durch strukturverbessernde Maßnahmen zu erhalten und fortzuentwickeln
  • Entgegenwirkung der Abwanderung
  • Abfederung des landwirtschaftlichen Strukturwandels
  • ELR ist das Instrument zur Förderung der Dorfentwicklung in Baden-Württemberg
Zuwendungsempfänger
  • Gemeinden
  • Natürliche Personen
  • Juristische Personen, Personengemeinschaften und Personengesellschaften

Zuwendungen werden gewährt für strukturverbessernde Maßnahmen in ländlich geprägten Orten.
Insbesondere wird Wert auf eine Strukturverbesserung des gesamten Ortes und die Stärkung des Ortskernes gelegt. Folgende Maßnahmen erhalten den Vorzug:

Zuwendungsvoraussetzungen
  • Maßnahmen, die die Innenentwicklung vorantreiben
  • die Umnutzung besehender Gebäude
  • die Schließung von Baulücken und
  • die Entflechtung unverträglicher Gemengenlagen

Förderschwerpunkte

Wohnen:
Schaffung von Wohnraum innerhalb der historischen Ortslage durch Umnutzung vorhandener Gebäude und ortsbildgerechte Neubauten in Baulücken sowie Maßnahmen zur Erreichung zeitgemäßer Wohnverhältnisse (Modernisierung, Wohnumfeldverbesserung) einschließlich Grunderwerb und vorbereitende Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken. Gefördert werden 30% der zuwendungsfähigen Aufwendungen (je Wohnung, einschl. Grunderwerb) im Falle der Umnutzung bis max. 40.000 €, im Üpigen bis max. 20.000 €. Eigenleistungen werden nicht bezuschusst.

Grundversorgung:
Sicherung der Grundversorgung mit Waren und Dienstleistungen. Gefördert werden max. 20% der zuwendungsfähigen Aufwendungen.
 
Arbeiten:
Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in kleineren und mittleren Unternehmen, v. a. in Verbindung mit der Entflechtung unverträglicher Gemengenlagen, der Reaktivierung von Gewerbepachen u. Errichtung von Gewerbehöfen, einschl. Grunderwerb und vorbereitende Maßnahmen wie Baureifmachung von Grundstücken sowie die dazu notwendige innere Erschließung von Gewerbegebieten.
Voraussetzung für die Förderung von privaten Vorhaben im Förderschwerpunkt „Wohnen“ ist eine Erhebung der Gebäudeleerstände und Baulücken sowie die Vorlage einer Nutzungskonzeption dafür.

Nicht zuwendungsfähig sind u.a.:
  • Fahrzeuge, reine Ersatzinvestitionen, reine Maschineninvestitionen ohne nachgewiesene strukturelle Effekte
  • Mietwohnungen in Neubauvorhaben
  • Grunderwerb zwischen Angehörigen
  • die Mehrwertsteuer
  • Eigenleistungen

Die Zuwendung erfolgt als Anteilsfinanzierung in Form eines Zuschusses oder eines zinsverbilligten Darlehens der L-Bank mit gleichem Subventionswert.

Antragsverfahren

Modernisierung/ Sanierung/ Umnutzung/ Baulückenschluss
  • Rückgabe Antragsformular (Formblatt ELR -) ausgefüllt 5-fach
  • Rückgabe Projektbeschreibung 1-fach
  • Bild des Objekts
  • Hinweis auf Beachtung der Kriterien zum verbesserten Wärmeschutz, umweltfreundlichere Bauweise,… (bei Formblatt Projektbeschreibung Wohnen unter strukturelle Aspekte zur Begründung)
  • Kostenschätzung (nach DIN 276, Teil2 gegliedert)
  • Evtl. Wohnflächen-/ Nutzflächenberechnung
  • Evtl. Planunterlagen
Gewerblich
  • Rückgabe Antragsformular 1-fach
  • Rückgabe Erklärung zur „De-minimis-Regel“
  • Kostenschätzung
  • Betriebsbeschreibung
  • Evtl. Planunterlagen
  • Evtl. Verlagerungsbescheinigung, wenn Betrieb bisher in einer anderen Gemeinde besteht

Antragsformulare sowie Bekanntmachungen und Verwaltungsvorschriften:

www.rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Land/ELR